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- Blog Collective Intelligence: Search Clicks sagten den Wahlsieg von Obama voraus vom 6. Nov. 2008: Das Thema diese Blogs ist die kollektive Intelligenz im Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl in den USA 2008 und Google Search Trends. Da dies aber nicht zu meinem Fokus gehört, werde ich nicht näher darauf eingehen.
- Blog Dass Kollektive Intelligenz funktioniert, macht Executives stutzig vom 7. Nov. 2008: “Die erste Einstellung von Executives ist eigentlich immer Stutzigkeit, ein bisschen Missglauben, wenn sie von Collective Intelligence hören” (Wagner). Diesen Unglauben gegenüber kollektiver Intelligenz legen sie jedoch ab, wenn Wagner das Beispiel “Wer wird Millionär” mit dem Publikumsjoker erklärt.
“Professor Wagner sagt: Jeder hat das schon einmal gesehen und ist erstaunt, dass 50% des Publikums die richtige Antwort “wissen”, was ja nicht der Fall ist, sondern was nur so aussieht. Die Einsicht ist verblüffend, dass die grosse Masse den Experten voraus ist. Diesen Effekt erklärt er uns wie folgt[, kollektive Intelligenz ist]:- Die Leute wissen nicht, was die richtige Antwort ist, aber sie können falsche Antworten ausschliessen … Das ist Information.
- Wenn ich genug Leute habe, eine grosse “Masse”, dann kommt die richtige Antwort wie Luftblasen in die Höhe.
- Falsche Antworten werden zwar auch noch als richtig angesehen, das ist dann das Rauschen (noise)…. Aber das Signal (signal), die beste Antwort, kommt dann hervor”.
Analog kann das Prinzip von “Wer wird Millionär” im Geschäftsalltag nun z.B. folgende Anwendung finden: Wenn die alternativen A (= 3 Monate), B (= 6 Monate), C (= 9 Monate) und D (= 12 Monate) Schätzungswerte für den Zeitpunkt sind, wann ein Produkt fertig wird, so können gewisse Daten ausgeschlossen werden. Somit sind die übrigen Datenwerte wahrscheinlicher. Genau durch diese Aggregation kommt die beste Antwort zum Vorschein. Dies ist das Millionärsprinzip – somit auch kollektive Intelligenz - angewandt im Geschäftsleben.
Um an den Blog Begriffsdefinitionen zum Thema DMDM anzuknüpfen: das Prinzip von “Wer wird Millionär” würde in der Grafik der Typen von kollektiver Intelligenz der Cognition entsprechen: Die Masse ist besser als Experten.
- Blog Glauben Executives an Prediction Markets? vom 21. Nov. 2008: Hierbei wird der Prediction Market erläutert. Da dies vom Fokus ausgeschlossen wurde, wird nicht näher darauf eingegangen.
- Blog Industrialisierung der Wissensproduktion (Teil 4 von 9) vom 5. Dez. 2008: Die Analogie, dass es eine Industrialisierung bei Informations- und Wissensprodukten gäbe, bestätigt Wagner eher nicht. Er sieht die Analogie in der kollektiven Intelligenz vielmehr in der “Intelligenzpumpe“. Dieses Thema ist auch nicht weiter relevant für den Fokus dieses Blogs.
- Blog Wiki-Zauber: Viele neue Paare Augen (Teil 5 von 9) 12. Dez. 2009: In diesem Gespräch geht es um die Prinzipien von Wikis, die es einer “Masse” – d.h. auch vielen Amateuren – ermöglichen, ein Produkt von hoher Qualität zu schaffen. Unter anderem mit dem “Eyeballs-Prinzip”. Wikipedia gehört nicht zu den Beispielen kollektiver Intelligenz, welche im Blog vertieft diskutiert werden. Es wäre schon möglich das Thema Wikipedia mit Unternehmen in Bezug zu bringen, denn ich weiss von zwei Bibliotheken, die solche Wikis als Wissensmanagement anwenden. Aber ich habe mich entschieden andere Beispiele von Unternehmen und kollektiver Intelligenz vorzustellen, und darum werde ich nicht näher darauf eingehen. Es könnte jedoch sein, dass es als Einstieg durchaus sinnvoll ist mit diesem bekannten Phänomen anzufangen. Dasselbe gilt für den Blogeintrag Dass Kollektive Intelligenz funktioniert, macht Executives stutzig, der auch als Einstieg dienen kann.
- Blog Weisheit der Vielen: Gut genug oder haargenau (Teil 6 von 9) 19. Dez. 2009: Die Qualität der Resultate von kollektiver Intelligenz z.B. in Wikipedia ist nicht Gegenstand dieses Blogs und wird hier darum nicht näher erläutert.
- Blog Alchemie der Aggregierung von Light Knowledge (Teil 7 von 9) 26. Dez. 2009: “Wagner sagt: Ich würde Knowledge Light so beschreiben: Das sind Informationsteilchen, die der Einzelne preisgeben kann, ohne grosse Mühe, diese sind sehr einfach wegzugeben. Jeder gibt nur so einen kleinen Teil – das kann man nicht einmal als Knowledge bezeichnen, sondern als Datenpunkt. Und die Gruppe weiss auf einmal viel mehr durch die Aggregierung. Oftmals, in Unternehmen, fällt es uns so schwer, alle Richtlinien zu kennen, ein gesamtes Regelwerk zu beschreiben. Aber wenn jeder ein bisschen schreibt, was dem Einzelnen leicht fällt, und wir das dann aggregieren können, auf einmal haben wir enorm viel.” Diese Aggregation funktioniert jedoch nicht nach dem Prinzip der Alchemie, sondern nach jener der “Intelligenzpumpe“.
Dies widerum ist ein Beispiel für kollektive Intelligenz in Unternehmen. - Blog Ein Wiki ist festgehaltene Diskussion (Teil 8 von 9) 2. Jan. 2009: Da dieser Beitrag das Thema Prediction Markets und Conversational Knowledge Management geht, ist es nicht relevant für diesen Blog. Das Thema Cluetrain Manifest käme dem Fokus schon näher, aber da es wieder ein Thema für sich ist, wäre es zu viel, dies auch noch zu behandeln.
- Blog Wann Kollektive Intelligenz nicht funktionieren kann (Teil 9 von 9) 9. Jan. 2009: Dieser Inhalt ist nun im Gegensatz zu den meisten anderen auch für meinen Blog sehr interessant. Die Frage, was ist hinderlich für eine Anwendung kollektiver Intelligenz. Wagner nennt zwei Faktoren:
- “Speziell in meinem Erfahrungsraum (Anm.: in China wohnend) ist das Aussprechen seiner eigenen Meinung in einer Gruppe nicht immer das kulturell Richtige. Z.B. wird, wenn der Chief Executive etwas sagt und man im gleichen Raum ist, eifrig genickt. Das sieht man auch oftmals in Unternehmen. … Es ist eben so wichtig, dass es eine Vielfalt von Meinungen gibt, die auf einer Vielfalt von Theorien beruhen, und auf einer Vielfalt von Information, und dass die nicht abgesprochen werden.
Selbst solche Techniken wie Synectics haben dieses Prinzip. In der divergierenden Phase dürfen die Teilnehmer der Expertengruppe nicht miteinander sprechen. Wir wissen ja, dass ‘Group Think‘ dann doch die Meinungsvielfalt zerstört und damit nicht die Qualität erzielt, die wir wirklich brauchen. - Als K.O.-Punkt 2 führt er an:
Man kann nicht aus Unwissen Wissen machen. Ich sagte vorher, oftmals kann man irgendetwas Falsches aus vielen Möglichkeiten ausschliessen. Aber nur Raten, am Ende aggregiert, ist immer noch Raten. Etwas Wissen muss da sein. Man kann aus ein bisschen Wissen Wissen machen”.
- “Speziell in meinem Erfahrungsraum (Anm.: in China wohnend) ist das Aussprechen seiner eigenen Meinung in einer Gruppe nicht immer das kulturell Richtige. Z.B. wird, wenn der Chief Executive etwas sagt und man im gleichen Raum ist, eifrig genickt. Das sieht man auch oftmals in Unternehmen. … Es ist eben so wichtig, dass es eine Vielfalt von Meinungen gibt, die auf einer Vielfalt von Theorien beruhen, und auf einer Vielfalt von Information, und dass die nicht abgesprochen werden.
Gedanken zur Lektion:
Wie bereits erwähnt, kann sowohl der Video des Blogs Dass Kollektive Intelligenz funktioniert, macht Executives stutzig, als auch derjenige des Blogs Wiki-Zauber: Viele neue Paare Augen (Teil 5 von 9) als Einstieg ins Thema dienen. Denn es sind Anwendungen von kollektiver Intelligenz, welche wir kennen, vielleicht nicht als kollektive Intelligenz, aber sie sind uns bekannt. Und mit etwas einzusteigen, wo Zuhörer an ihre Erfahrungen und Alltag anknüpfen können, ist für den Lernprozess gut. Allenfalls, nicht nur im Sinne von Stoffvermittlung, auch als Auflockerung, könnte ich mit der Klasse eine Runde ”Wer wird Millionär” spielen. Dann ist nicht nur der Erinnerungseffekt, sondern wenn es klappt, dann auch gleich eine direkte Erfahrung der kollektiven Intelligenz durch den Publikumsjoker.
Falls das Video Wiki-Zauber: Viele neue Paare Augen (Teil 5 von 9) abgespielt würde, müsste ich darauf hinweisen, auf was geachtet werden soll: Und zwar auf das Erfolgsrezept von Wikipedia (Eyeballs). Zudem müsste ich die Begriffe Eyeballs und Wisdom of Crowds vorher klären.
Das Vidoe Wann Kollektive Intelligenz nicht funktionieren kann (Teil 9 von 9) könnte als Auflockerung im Theorieteil Einzug finden. Aber ich weiss, dass ich nicht alles machen kann. Das sind auch erst Ideen. Vielleicht ergibt sich noch etwas anderes.
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- Warum ist kollektive Intelligenz gerade jetzt aktuell?
- Synonyme
- Begriffe mit Bezug zur kollektiven Intelligenz
- Ersatzbegriff?
- Kritik vs. Anhänger der kollektiven Intelligenz
- Gedanken zur Lektion
1. Kollektive Intelligenz – Begriffsdefinition
Das MIT Center for Collecitve Intelligence (MIT CCI) definiert sie wie folgt:
- “The working definition of collective intelligence that we’re using is that collective intelligence is groups of individuals doing things collectively that seem intelligent.”
- “Collective Intelligence is a shared or group intelligence that emerges from the collaboration and competition of many individuals.”
- Detaillierter hier oder hier (für den Vortrag sicher wichtig, dass die Begriffe einzeln definiert werden und erst dann erklärt wird, was sie zusammen bedeuten).
Laut Lévy ist kollektive Intelligenz folgendes: “Es ist eine Intelligenz, die überall verteilt ist, sich ununterbrochen ihren Wert erschafft, in Echtzeit koordiniert wird und Kompetenzen effektiv mobilisieren kann. Dazu kommt noch ein sehr wesentlicher Aspekt: Grundlage und Ziel der kollektiven Intelligenz ist gegenseitige Anerkennung und Bereicherung und nicht ein Kult um fetischisierte, sich verselbstständigende Gemeinschaften” (S. 29).
- Mit “eine überall verteilte Intelligenz” (S. 29) ist gemeint, dass “niemand alles weiss, jeder weiss etwas, in der Menschheit liegt das gesamte Wissen” (S. 30).
- “Eine Intelligenz, die sich ununterbrochen ihren Wert erschafft” (S. 29) bezieht sich darauf, dass die Intelligenz zwar überall verteilt ist. Lévy meint jedoch, dass sie nicht genutzt wird. Die Ressource Wissen und Erfahrung werden vergeudet (S. 30). Vielleicht ist es heute doch besser, immerhin ist es ein aktuelles Thema und Lévy hat dies vor mehr als 10 Jahren geschrieben.
- Damit “die Koordination der Intelligenzen in Echtzeit” (S. 29) möglich ist, braucht es digitale Informationstechnologien. Diese Kommunikationssysteme ermöglichen die Koordination von Interaktionen innerhalt eines virtuellen Wissensuniversums (S. 30f).
- Wer Wissen und Intelligenz des Gegenübers nicht anerkennt, verweigert soziale Identität und fördert Feindschaft und somit kein produktives Verhältnis (S. 31). Darum ist die “wirksame Mobilisierung von Kompetenzen” wichtig (S. 29).
Vergleiche ich die beiden Definitionen sind sie sehr unterschiedlich: die Erste ist im Gegensatz zur Zweiten kurz und einfach zu verstehen. Ich wage es einmal zu behaupten, dass die Definition von Lévy auch etwas philosophisch angehaucht ist und nicht nur faktisch. Ich könnte mich jedoch auch täuschen und möchte mich nicht darauf behaften.
Typologie der kollektiven Intelligenz:
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Kognitionsprobleme: Diese Kognitions- oder Erkenntnisprobleme haben eine definitive Lösung bzw. es wird eine geben. Es gibt vielleicht nicht eine einzige richtige Antwort, aber manche sind besser als andere. Eine Frage zu diesem Problem wäre: “Wie viele Exemplare des vorliegenden Buches werden wir im laufenden Jahr verkaufen” (S. 15)?
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Koordinierungsprobleme: Mitglieder einer Gruppe (des Marktes, U-Bahn-Benutzer, Studenten bei der Wohnungssuche) versuchen eine Möglichkeit zu finden, ihr Verhalten untereinander zu koordinieren, wenn sie wissen, dass jeder von ihnen das gleiche Ziel hat. Zum Beispiel: Wie kommt ein Verkäufer zum Käufer und umgekehrt? Wie handeln sie einen fairen Preis aus? “Wie organisieren Unternehmen ihre geschäftlichen Aktionen? Wie kommt man als Fahrer sicher durch starken Verkehr” (S. 15)?
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Kooperationsprobleme: Dies sind Probleme mit der Aufgabe, “selbstsüchtige, misstrauische Menschen zur Zusammenarbeit zu bewegen, obwohl das strikte Eigeninteresse es eigentlich zwingend erscheinen liesse, dass kein Individuum daran teilnehmen sollte. Die Begleichung von Steuern, das Vorgehen gegen Umweltverschmutzung, eine generelles Verständnis von der angemessenen Höhe von Löhnen und Gehältern – das sind Beispiele für gelöste Kooperationsprobleme” (S. 16).
2. Warum ist kollektive Intelligenz gerade jetzt aktuell?
Malone vom MIT CCI: “Now, if you think about it that way, collective intelligence has existed for a very long time. Families, companies, and countries are all groups of individual people doing things that at least sometimes seem intelligent. Beehives and ant colonies are examples of groups of insects doing things like finding food sources that seem intelligent. And we could even view a single human brain as a collection of individual neurons or parts of the brain that collectively act intelligently. But in the last few years we’ve seen some very interesting examples of new kinds of collective intelligence. [...] With new information technologies—especially the Internet—it is now possible to harness the intelligence of huge numbers of people, connected in very different ways and on a much larger scale than has ever been possible before.“
Diese Erklärung zeigt, dass kollektive Intelligenz schon lange existiert, es jedoch durch den Einsatz von Informationstechnologie erst aktuell wird für Unternehmen, Gesellschaft, Wissenschaft und Politik. Denn die neuen Technologien erlauben es Gruppen sich auf neue Art und Weise zu organisieren. Um sie richtig einsetzen zu können, die Möglichkeiten zu erkennen und Vorteile daraus erzielen, ist es wichtig kollektive Intelligenz zu verstehen. Ausserdem mangelt es momentan noch an Theorien über die kollektive Intelligenz. Das MIT CCI möchte diesen letztgenannten Punkten Abhilfe schaffen, damit es keine Vorurteile und falschen Vorstellungen gibt. Dies ist darum wichtig und notwendig, weil momentan ein Rummels um den Begriff gemacht wird (zumindest scheint es so in den USA zu sein).
In der Biologie war das Thema durch die Erforschung von Ameisen, Fischen und Vögeln schon länger ein Thema. Aber auch in den Bereichen “psychology, organization theory, artificial intelligence, brain science and others” (MIT CCI) gibt es schon Erkenntnisse zur kollektiven Intelligenz. Das MIT Center for Collective Intelligence möchte nun diese Erkenntnisse organisieren und nutzen, um neue Erkenntnisse zur Schlüsselfrage ”How can people and computers be connected so that collectively they act more intelligently than any individual, group, or computer has ever done before?” zu finden. Dies machen sie gleich vorbildlich – im Sinne von kollektiver Intelligenz -, indem sie durch gemeinsame Projekte verschiedener Disziplinen auf das Wissen dieser zugreifen.
Fazit: Die Definition von kollektiver Intelligenz in Zusammenhang mit den neuen technologischen Möglichkeiten scheint laut MIT CCI noch nicht ausgereift zu sein.
3. Synonyme
Schon im Blog “Neuer Blickwinkel auf DMDM” habe ich mich mit dem Zusammenhang von DMDM und kollektiver Intelligenz beschäftigt. Auch jetzt noch scheint mir, nach logischen Überlegungen, die Aussage zu stimmen: “kollektive Intelligenz ist eine Voraussetzung dafür, dass eine Masse überhaupt Macht haben kann”. Daraus könnte man schliessen, dass die Begriffe DMDM und kollektive Intelligenz nicht synonym sind. Ausserdem könnte mach auch daraus schliessen, dass die Macht der Massen von der kollektiven Intelligenz abhängig ist. Aber ich bin mir nicht sicher, da ich es (noch) nicht bestätigen kann mit einer Quelle. Darum muss ich noch vorsichtig mit dieser Annahme umgehen.
Und nun zu den wirklichen Synonymen von kollektiver Intelligenz: Laut Wikipedia wird kollektive Intelligenz auch Gruppen- oder Schwarmintelligenz genannt. Laut Surowiecki (S. 11) und Wagner ist ein weiteres Synonym von kollektiver Intelligenz: “Wisdom of crowds”. Im Buch “Viele wissen mehr als Einer” taucht der Begriff ”Intelligenz der Massen” auf. Er wird von Rob May verwendet (S. 137).
4. Begriffe mit Bezug zur kollektiven Intelligenz
Folgende Begriffe haben einen Zusammenhang zu kollektiver Intelligenz:
- Crowdsourcing (auch Open Sourcing genannt). Im Buch “Viele Wissen mehr als Einer” auf S. 21 beschrieben als Geschäftsmodell für Aufgaben, die traditionell von Angestellten ausgeführt wurden, werden an die vielschichtige Internetgemeinschaft (siehe Online-Communitys) abgegeben. Somit wird die kollektive Intelligenz von Kunden, … genutzt.
Geschichte hinter dem Begriff: “Noch im Jahr 2006 war Open-Sourcing für die meisten Geschäftsleute nicht viel mehr als ein Online-Kuriosum. Zu diesem Zeitpunkt schreib Jeff Howe vom Wired Magazin einen Artikel über dieses Phänomen. Als er an seinem Bericht arbeitete, stiess er auf eine Geschichte, die er für wesentlich erzählenswerter befand: In einer Vielzahl von Branchen hatten grosse Firmen angefangen, wichtige Aufgaben an einzelne Personen und Gruppen im Internet zu vergeben. Sein Verleger vom Wired Magazin, Mark Robinson, stimmte ihm zu. Zusammen prägten sie einen neuen Begriff, um das Phänomen zu beschreiben. Der Artikel erschien im Juni desselben Jahres, und das Wort “Crowdsourcing”, das sie erfanden, wurde definiert als Anzapfen von “verborgenen Talenten der [Online]-Masse”. Schnell wurde es der Begriff der Wahl für einen Prozess, der inzwischen praktisch jeden Aspekt des Geschäftslebens durchdrungen hat” (“Viele Wissen mehr als Einer” auf S. 22). - Wikinomics: Menschen arbeiten selbstorganisiert, ohne Hierarchien und starre Organisationsstrukuren an gemeinsamen Projekten z.B. die Open Source Software Linux oder Wikipedia. Ausserdem wird in “Viele Wissen mehr als Einer” auf S. 143 der Begriff Wikinomics-Community erwähnt. Damit sind die Communitys von Wikinomics gemeint.
- Social software ist eine Software, welche Interaktion und gemeinsame Datenpools erlaubt z.B. Facebook. Flickr, YouTube. Eine spezifische Social Software ist die Collaborative Software (siehe weiter unten). Social Software Anwendungen enthalten Tools für die Kommunikation und Interaktion z.B. Social Network Service (siehe weiter unten).
- Soziale Netzwerke (= Social network service) sind Webdienste, welche Online-Communitys beherbergen. Ist nicht dasselbe wie “Social network“, welches die soziale Struktur darstellt.
- Online-Communitys braucht es (und somit auch soziale Netzwerke), damit über Kommunikation kollektive Intelligenz entsteht (“Viele Wissen mehr als Einer” auf S. 143fff).
- Kollaborativ steht für Zusammenarbeit. Speziell Collaborative Intelligence (Fähigkeit zur Zusammenarbeit) oder Collaborative Software (Unterstützt die Zusammenarbeit von Menschen mit einer Software z.B. E-Mail, Chat, Wiki. Collaborative Software ist die Basis für computergestützte kollaborative Arbeit) braucht es bei Anwendungen wie z.B. Wikipedia, welches ein Beispiel kollektiver Intelligenz ist. Detailliertere Info im Handbook of Collective Intelligence. Synonyme von Online-Communitys sind Internetgemeinschaft (“Viele Wissen mehr als Einer” auf S. 22) und Netzgemeinschaft.
- “Als Superorganismus wird gelegentlich eine lebendige Gemeinschaft von mehreren, meist sehr vielen eigenständigen Organismen bezeichnet, die gemeinsam Fähigkeiten oder Eigenschaften entwickeln, die über die Fähigkeiten der Individuen der Gemeinschaft hinausgehen.” Wenn das Zusammenwirken dieser spezialiserten Handlungsweisen die Möglichkeiten übertrifft, die Einzelne hätten, wie z.B. bei Ameisen, dann wird einem Superorganismus kollektive Intelligenz zugesprochen.
- Organisationsintelligenz betrachtet vor allem Organisationen und ihre Intelligenz. Es werden unter Organisationsintelligenz aber auch andere Anwendungsbereiche betrachtet: biologische Systeme, menschliche Gemeinschaftsformen. Aber für Unternehmen und Institutionen wird der Begriff am häufigsten angewendet. Mir ist jedoch unklar, welcher Unterschied zwischen kollektiver Intelligenz und Organisationsintelligenz besteht. Am ehesten würde ich dahin tendieren, dass Organisationsintelligenz ein Unterbegriff von kollektiver Intelligenz ist. Aber die Definition von Organisationsintelligenz schliesst eben auch andere Gruppen ein, nicht nur Unternehmen und Institutionen.
- Shared Knowledge ist nicht gleich kollektive Intelligenz. Bei kollektiver Intelligenz ist Wissen für alle Mitglieder einer Community abrufbar. Bei shared knowledge ist das Wissen bei allen bekannt.
- Smart mob ist ein Menschenauflauf auf öffentlichen Plätzen, der mit modernen Technologien wie z.B. Internet, Handy oder Chat gebildet wurde. Dank der Netzwerke können sich diese Menschen intelligenz und effizient verhalten. Das Konzept wurde von Howard Rheingold vorgestellt (Wikipedia, Homepage Smart Mobs).
- Weitere Begriffe im Zusammenhang mit kollektiver Intelligenze siehe im Kapitel “See also” oder “Siehe auch” von Wikipedia.
Mind Map: Begriffe rund um kollektive Intelligenz (Quelle: Regula Trachsler)
5. Ersatzbegriff?
Die Frage, ob kollektiv einen kommunistischen Beigeschmack hat, wurde schon im Blog Schlau werden aus dem Thema – leichter gesagt, als getan angetönt. Der Beweis dafür ist folgende Definition aus dem Brockhaus: “Kollektiv, das; -s, -e, auch: -s [2: russ. kollektiv]: 1. a) Gruppe, in der Menschen in einer Gemeinschaft zusammenleben; b) Gruppe, in der Menschen zusammenarbeiten; Team: solche Aufgaben lassen sich am besten im K. bewältigen. 2. (in sozialistischen Staaten übliche) von gemeinsamen Zielvorstellungen u. Überzeugungen getragene Arbeits- od. Produktionsgemeinschaft.”
Als Ersatzbegriff käme, der Begriff “Wisdom of Crowds”, der dank dem Buch von Surowiecki in aller Munde ist in Frage. Oder auch “Intelligenz der Massen” (S. 137). In diesem Blog werde ich jedoch auch kollektive Intelligenz benutzen, da es der eindeutige Begriff in der Wissenschaft ist.
Kollektive Intelligenz trifft nicht überall auf Begeisterung. Wikipedia nennt im Kapitel ”Opposing view” etwas und auch Malone erwähnt Skeptiker: “On the other hand, there are people who are prejudiced against the very notion of collectiveness and decentralization. Very recently for instance, there have been a number of people who’ve looked at the success of Wikipedia and pointed out ways in which is not perfect. And then, based on that, they have argued that nothing without central control can ever be successful.”
Es gibt aber auch das genaue Gegenteil. Zum Beispiel bemerkt Thomas W. Malone, der Direktor von MIT CCI, dass Surowiecki kollektive Intelligenz in seinem Buch als Wunder beschreibe: “just doing things “collectively” will make everything great”. Diese ist aber nach Malone nicht möglich. Er schreibt ausserdem, dass beides: Ablehnung und Verherrlichung der falsche Weg sei. “Sometimes collective intelligence is good; sometimes it isn’t. Sometimes it works, and sometimes it doesn’t. A very important part of our [damit ist das MIT Center of Collective Intelligence gemeint] goal is to help put a more solid scientific foundation under the claims in this area” (Malone).
Daher werde ich mich in diesem Blog mit dem Buch “Weisheit der Vielen” weniger auseinandersetzen, als ich geplant habe. Aber vielleicht reicht die Zeit und der Umfang um mir selber eine Meinung darüber zu bilden. Aber da mein Blog die kollektive Intelligenz vor allem im Zusammenhang mit Geschäftsideen betrachtet, ist dieser Vergleich nicht erste Priorität.
7. Gedanken zur Lektion
Für die Lektion wäre es ev. nicht schlecht, doch noch Beispiele von kollektiver Intelligenz aus der Natur (Ameisen, Vögel, …), aus der Gesellschaft ohne Informations- und Kommunikationstechnologie und die Beispiele, die sehr bekannt sind z.B. Wikipedia oder Google, zu erwähnen. Dadurch erreiche ich, dass die Zuhörer an Bekanntes anknüpfen können und somit den neuen Stoff besser verarbeiten können.
Um zu zeigen, dass das MIT sich “ernsthafter” mit dem Thema kollektive Intelligenz auseinandersetzt als James Surowiecki, der es anscheindend verherrlicht, wäre es ev. sinnvoll 2 Videos (MIT, Surowiecki) im Vergleich zu zeigen. Aber eben, da dies nicht mein Fokus ist, fällt dies sehr wahrscheinlich weg. Bzw. ich werde nicht vergleichen, sondern nur eine Seite zeigen, welche mir verständlicher scheint für den Vortrag.
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Weitere Recherchen
Im ersten Blogeintrag schrieb ich über die Schwierigkeiten herauszufinden, was mein Thema DMDM beinhaltet und welchen Fokus ich wählen könnte. Auch bei diesem Blogeintrag geht es mit diesen Fragen weiter.
Vorerst einmal möchte ich meine weiteren Recherchen beschreiben und wieder das Mind Map hinzufügen. Letzteres wurde seit dem ersten Blogeintrag erweitert.
- Mind Map Recherche bis zum 09.03.2009
- Mind Map Recherche bis zum 08.03.2009 (Rückseite)
Als Literatureinstieg benutze ich zuerst einmal Wikipedia mit “Collective intelligence“. Dieser Artikel brachte mich auf das Buch “Wisdom of Crowds” von James Surowiecki und den Wikiartikel dazu. Zudem fand ich über Nebis die Bücher “Die kollektive Intelligenz: für eine Anthropologie des Cyberspace” und “Kollektive Intelligenz analysieren, programmieren und nutzen“. Dank des Tipps von Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann bestellte ich zudem auch das Buch “We are smarter than me” bzw. ”Viele wissen mehr als einer“.
Als ich mir überlegte, welche vertrauenswürdigen Quellen ich im Internet sonst noch haben könnte, ausser den Datenbanken, kamen mir die Universitäten in den Sinn. Irgendeinmal fiel mir das Kürzel MIT ins Auge und ich nahm mir vor, auf dieser Website einmal zu schnuppern. Als ich das Kürzel dann im Artikel “Decisions 2.0: The Power of Collective IntelligenceDecisions 2.0: The Power of Collective Intelligence“, den Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann in der CiteULike Gruppe IGEP gepostet hat, wieder las, erinnerte ich mich, dass ich bei MIT auch noch suchen wollte. Bei der Recherche auf der Website des Massachusetts Institute of Technologie (MIT) suchte ich gleich zu Beginn nach Videos und wurde fündig. Aufgrund dieser Videos wurde ich auf das MIT Center of Collective Intelligence aufmerksam. Dieser Fund freute mich sehr und ich hoffe, dass mir dieses Material etwas nützt.
Durch das Surfen im Internet ist mir die Begriffserklärung für kollektive Intelligenz im Allgemeinen etwas Näher gekommen. Ich weiss schon jetzt, dass dies nur der Beginn ist. Wenn ich die Bücher genauer studieren kann, dann werde ich sicherlich auf umfassendere Definitionen treffen. Zum Beispiel bei “Die kollektive Intelligenz: für eine Anthropologie des Cyberspace” von Pierre Lévy auf S. 29fff wird dies der Fall sein. Ausserdem erhoffe ich mir auch vom MIT Center of Collective Intelligence gute Informationen. Ein Beginn könnte der Artikel “What is collective intelligence and what will we do about it?” sein.
Aber nicht nur die Begriffsdefinition wurde mir klarer, das Buch “Viele wissen mehr als einer” gab mir auch eine mögliche Idee für die Lektion. In den Anmerkungen der Autoren (leider fehlt die Seite Xf, wo es geschrieben steht) beschreiben sie, wie dieses Buch geschrieben wurde und zwar mit Hilfe einer Gemeinschaft (Community). Vielleicht lässt sich dies auf die Lektion übertragen: Wisdom of Class in Bezug auf das Thema DMDM bzw. kollektive Intelligenz?
Fragen
Bei der Recherche sind zudem weitere Fragen aufgetaucht:
- Welchen Zusammenhang hat kollektive Intelligenz mit dem Thema Social Networks, Social Software, mit Wikinomics, Folksonomies, usw.
- Zudem beschäftigt mich die Begriffsvielfalt bei Wikipedia “Collective intelligence” und was ich selber noch zusammengetragen habe (siehe Mind Map grüne Farbe). Gibt es ein Synonyme für kollektive Intelligenz (z.B. Crowdsourcing, Wisdom of Crowds)? Stehen diese grünen Begriffe in einem Zusammenhang? Sind einige Ober- andere Unterbegriffe? Welche Konzepte stecken dahinter? Was ist der Unterschied zwischen kollaborativ, kollektiv und kooperativ?
Fokus?
Gerne würde ich nun sagen, ich habe den definitiven Fokus gefunden. Bis anhin habe ich mich noch nicht in die Lektüre vertieft. Eigentlich habe ich bisher nur gesammelt. Trotzdem wage ich es einmal einen vorläufigen Fokus zu setzen:
Wie ist der Zusammenhang von Wikipedia und anderen ähnlichen Internetanwendungen (Web 2.0-Anwendungen bzw. Social Software) zu kollektiver Intelligenz? Was hat kollektive Intelligenz mit Unternehmen zu tun?
Ausschliessen möchte ich kollektive Intelligenz im Zusammenhang mit Börsenvorhersagen, Softwareentwicklung (Open-Source).
Auseinandersetzung mit DMDM
Bis ich diesen Blogeintrag endlich geschrieben hatte, war ich in einigen Situationen verunsichert: z.B.:
- Bücher: sind es die Richtigen und reicht es bis zum Vortrag?
- Fokus: Nicht vorwärts kommen, nicht vom Fleck kommen, auf der Stelle treten, … nur einige Wendungen für ein und dasselbe Gefühl, das mich die ganze Zeit plagte. Und bin ich mit meinem Fokus auf dem richtigen Weg, oder geht es eher in Richtung Kommunikationsmittel und DMDM?
- Ausserdem bleibt auch noch die Frage, vom ersten Blogeintrag: Ist kollektive Intelligenz der einzige Schlüsselbegriff für DMDM? Gehört noch mehr zum Thema DMDM, als ich bis anhin entdeckt habe? Passen mein Fokus meine Überlegungen zu den Gedanken in der Präsentation von Prof. Dr. HD Zimmermann am 17. Februar zusammen?
- Englisch: Verstehe ich alles richtig im englischen Wikipedia, in den Videos, usw.?
- Bin ich bis zur Lektion in zwei Wochen genug sicher im Thema?
- Ist es eine gute Idee in der Lektion die kollektive Intelligenz der Klasse zu nutzen?




