DMDM – Die Macht der Massen!?


Schlusswort: Und – schlau geworden aus dem Thema?

Im ersten Blog fiel es mir nicht leicht, das Thema zu verstehen bzw. die Übersicht zu gewinnen. Dieser Blog zieht Bilanz, was seither geschah.

DMDM, was heisst es nun?
Dieser Blog heisst DMDM, weil die kollektive Intelligenz einer Community bzw. einer Menge von Menschen die Macht über ihre Umwelt gibt, z.B. über Unternehmen. Kurz die Macht der Massen. Genauere Erklärungen gibt es im Blog „Noch eine offene Frage klären: Zusammenhang von DMDM und kollektiver Intelligenz?“.

Fragestellung beantworten
Die Fragestellung aus dem Blog „Fokus – …” lautet: In welchen Bereichen von Unternehmen kann kollektive Intelligenz erfolgreich eingesetzt werden? Welche Mitglieder bzw. Stakeholder der Firma haben dann die “Macht”? Sie kann wie folgt beantwortet werden:

Tabelle: Bereiche von Unternehmungen, in welchen kollektive Intelligenz erfolgreich umgesetzt wird (Quelle: Viele wissen mehr als Einer)

Tabelle: Bereiche von Unternehmungen, in welchen kollektive Intelligenz erfolgreich umgesetzt wird (Quelle: Viele wissen mehr als Einer, S. 37-142)

Erklärungen zu den Beispielen von Unternehmen aus der Tabelle:

  • Dienstleistungs- /Produktentwicklung ist z.B. bei Nikoli die Entwicklung und Verbesserung von Rätselarten durch Leser (S. 42ff).
  • Kundendienst /-betreuung am Beispiel Cookshack: Diese Firma stellt mit 25 Mitarbeitern Öfen für den häuslichen und gewerblichen Gebrauch her, z.B. Grillöfen. Der Kundendienst funktioniert vor allem (neben dem realem Kundendienst) über Foren. Da helfen Kunden Kunden und es werden Rezepte und Zubereitungstipps ausgetauscht (S. 63fff).
  • Marketing am Beispiel P&G mit Vocalpoint und Tremor. Dabei werden Mütter und Teenager für Mundpropaganda genutzt (S. 79fff). Es sei laut Knox, CEO von Vocalpoint, die stärkste Form des Marketings, wenn eine Empfehlung von einem vertrauenswürdigen Freund kommt (S. 81). Die ethische Korrektheit von solchen Methoden werde ich hier nicht thematisieren. Der Blog ConnectedMarketing.de hat dazu einen Eintrag: P&Gs Tremor unter Druck.
  • Produktion am Beispiel iStockphoto funktioniert dadurch, dass Mitwirkende Fotos in marktreifem Format und beschlagwortet bei dieser Website platzieren, damit es da verkauft wird (S. 99fff).
  • Finanzierung am Beispiel Prosper: Bei Prosper vergibt eine Community bzw. ein Teil der Community der Kredite (S. 199fff).
  • Management und Strategie: In diesem Bereich funktioniert kollektive Intelligenz erst bedingt. Bei TEB (= TheBusinessExperiment) suchte die Community die Geschäftsidee aus, stellt das Management und entwickelt das Produkt. Leider scheiterte es am Ende. Bei Cambrain ist es nicht nur die Community, welche alles regelt, sondern auch Angestellte von Cambrain. Es ist somit nur beschränkt die Community, welche alles selber regelt. Daher ist es auch kein makelloses Beispiel für kollektive Intelligenz im Management und bei der Strategie. Libert und Spector sagen, dass diese Beispiele es noch offen lassen, ob eine Community erfolgreich Managementaufgaben übernehmen kann. Alle anderen Unternehmensfunktionen können jedoch durch kollektive Intelligenz ausgeübt werden, meinen die Autoren (S. 135fff).

In einigen dieser Bereiche gab es kollektive Intelligenz schon vorher, ohne Technologie, aber die Technologie hat die Macht dieser Masse noch „vergrössert”. Beispiele siehe Blog „Gute Beispiele von Anwendungen kollektiver Intelligenz in Unternehmen“.

Die mittlere Spalte beantwortet die Frage: Welche Mitglieder bzw. Stakeholder der Firma haben dann die “Macht”?
Die Community (können auch Kunden darunter sein) oder Kunden haben die Macht. Mit dem Begriff Macht ist dabei das gemeint, was im Blog „Noch eine offene Frage klären: Zusammenhang von DMDM und kollektiver Intelligenz?” steht.

Reflexion
Mit den kommenden Gedanken zu meiner Arbeit möchte ich meinen Blog abschliessen:

Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass ich es nicht schaffen würde, rechtzeitig auf den 24. März meine Lektion halten zu können. Daraus habe ich für zukünftige Arbeiten gelernt:

  • Zuerst einmal, dass ich die Zeit besser einteilen und planen muss. Ich habe zum Beispiel zu lange gewartet, bis ich mit Lesen begann, obwohl ich schon einige Literatur (seien es auch nur Websites) hatte. Zu warten, bis ich alles gehabt hatte, war nicht unbedingt schlau. Wenn ich es in Zukunft anders mache, werde ich auch nicht so sehr unter Druck kommen. Ausserdem komme ich auch weniger unter Druck, wenn ich regelmässig daran arbeite und es nicht immer aufschieben, weil ich zuerst anderes machen will. Mir Zeit nehmen für Arbeiten, sie einplanen, das muss ich unbedingt noch lernen. Auch dann daran arbeiten, wenn ich glaube, dass ich eigentlich keine Zeit habe.
  • Ich brauchte lange, bis ich verstand, was DMDM nun sein soll und welchen Fokus ich dafür nehmen soll. Zeitweise war ich orientierungslos. Ich wollte es aber nicht wirklich wahrhaben und der Gedanke, den Dozenten zu fragen, kam mir auch zu spät. Bei einer anderen Arbeit werde ich nun hoffentlich genug früh erkennen, dass ich feststecke und Unterstützung brauche. Und dann ausserdem die Ursache dafür suchen und trotzdem weiterlesen bzw. weiterarbeiten, weil sich das Problem nur dadurch löst, dass ich weiterarbeite. Denn wenn ich aufhöre und es aufschiebe, dann bringt mich dies nur unter Zeitdruck.
  • Mich interessiert oft sehr vieles an einem Thema. So auch bei diesem. Eigentlich wollte ich noch einen Teil von “Smart Mobs” und “Die Weisheit der Vielen” lesen. Oder ich wollte noch die Videos des MIT Center of Collective Intelligence, oder jene zu den Büchern “Die Weisheit der Vielen“, “Viele Wissen mehr als Einer” und ihren Autoren ansehen. Ausserdem hätte ich vielleicht auch noch Twitter ausprobiert, vor allem wegen Howard Rheingold. Aber ich musste auch merken, dass nicht alles geht und musste mich darum einschränken.

 

Zur Information: In verschiedenen Blogeinträgen sind Gedanken zur Lektion drin. Manche davon wurden umgesetzt, andere wiederum nicht. Jene, die nicht umgesetzt wurden, passten schliesslich nicht ins Lektionskonzept und blieben darum nur Ideen.



Noch eine offene Frage klären: Zusammenhang von DMDM und kollektiver Intelligenz?

Um den Bogen zu den ersten drei Blogeinträgen zu schliessen, geht es in diesem um die Fragen, welche in den ersten Blogeintragen aufgetreten sind.

In den Blogeinträgen „Schlau werden aus dem Thema – …“, „Auf den Spuren von kollektiver Intelligenz” und „Ein neuer Blickwinkel auf DMDM” gibt es einige Fragen, die mir unklar waren. Gewisse davon sind in anderen Blogeinträgen ganz oder zum Teil beantwortet worden. Zum Beispiel das Begriffschaos (Synonym, Oberbegriff, …) wurde im Blog „Kollektive Intelligenz – Begriffsdefinition” zu einem gewissen Teil bearbeitet.

All diese Fragen, ob nun beantwortet oder nicht, stehen jetzt zum Schluss für mich aber nicht mehr im Vordergrund. Mit Ausnahme der folgenden Frage: Wie ist der Zusammenhang zwischen DMDM und kollektiver Intelligenz? Diese Frage ist Gegenstand dieses Blogeintrages.

Im Blog „Ein neuer Blickwinkel auf DMDM” greife ich das Thema Zusammenhang zum ersten Mal in dieser Form auf. Auch im Blog „Kollektive Intelligenz – Begriffsdefinition” ist es im  Abschnitt “3. Synonyme” wieder erwähnt. In diesem Blogeintrag möchte ich diese Gedanken nun abschliessen.

Die Annahme ist folgende: Kollektive Intelligenz ist eine Voraussetzung für die Macht einer Masse. Anders ausgedrückt: Kollektive Intelligenz befähigt die Masse Macht über manches zu haben. Ich versuche nun diese Annahme mit Beispielen aus dem Buch „Viele Wissen mehr als Einer” zu bestätigen.

Um die Beispiele zu veranschaulichen wird ein Modell benutzt, das schon in der Lektion zum Einsatz kam. Vorerst werden die Symbole erklärt:

         individuum = Individuum

       masse  = Masse, die kollektive 
                                            Intelligenz besitzt                                      

          → = dies führt zu
                    Macht über …

       umwelt = Umwelt (kann daraus
                                  für etwas Spezifisches)

       unternehmen= Unternehmen (ist ein Bsp.
                          etwas ganz Spezifisches sein) 

                                               

Modell: Zusammenhang DMDM und kollektive Intelligenz (Eigene Schaffung)

Modell: Zusammenhang DMDM und kollektive Intelligenz (selber zusammengestellt von Regula Trachsler)

Ganz allgemein erklärt, bedeutet dieses Modell, dass Individuen in einer Masse kollektive Intelligenz besitzen, da sie zusammen (kollektiv) eine Aufgabe lösen und dabei intelligent scheinen. Dann trifft die folgende Definition des MIT Center of Collective Intelligence zu: Gruppe(n) aus Individuen, die Tätigkeiten kollektiv lösen, so dass es intelligent scheint. Diese kollektive Intelligenz der Gruppe (= Masse) gibt ihr Macht über die Umwelt. Die Umwelt ist z.B. ein Unternehmen.

Ein Beispiel für diese Macht der Intelligenz der Masse (Begriff von Rob May verwendet in Viele Wissen mehr als Einer S. 137): die Community (Masse) von Nikoli (Abschnitt „The bond between puzzle creator and solver”) sind die Leser dieses Rätselheftes. Sie dürfen laut Libert und Spector Ideen für neue Rätselarten einreichen und auch Rückmeldungen sowie kritische Anmerkungen einsenden (S. 42ff). Sie helfen Nikoli ihre Produkte zu entwickeln. Zusammen (im Kollektiv) scheinen die Leser in der Community intelligent. Das bedeutet, dass sie kollektive Intelligenz besitzen. Diese kollektive Intelligenz gibt ihnen Macht gegenüber Nikoli (dem Unternehmen) Verbesserungen vorzuschlagen und auch durchzusetzen. Denn wenn viele Leser derselben oder ähnlichen Meinung sind, dann ist es für Nikoli besser, dies zu erfüllen. Ansonsten verlieren sie das Vertrauen ihrer Community und damit auch die guten Ideen, die (kostenlose) Hilfe der Leser. Im Endeffekt verlieren sie die kollektive Intelligenz.

Auch andere Unternehmen wie Procter & Gamble mit Vocalpoint oder Cookshack mit ihrem Kundendienst bestätigen das Modell.

Zudem bestätigen nachfolgende Literaturstellen aus „Viele wissen mehr als Einer” die Annahme:

  • Im Web 1.0 war es üblich, Daten für sich selbst zu horten. Das Gegenteil machen die Erfinder des Web 2.0 (S. 21). „Sie sind überzeugt, dass Informationen umso wertvoller werden, je mehr Menschen sie nutzen” (S. 21). Die Internetnutzer besitzen somit die Macht, etwas zu verbessern. Als Beispiel dafür kann die Produktentwicklung von Firefox, dem Open-Source-Webbrowser von Mozilla, oder das Beispiel Betriebssystem Linux genannt werden (S. 21).
  • Cambrain House nutzt eine Community um Geschäftsideen zu entwickeln. Die konkurrenzfähigsten Ideen werden in einem Wettbewerb ermittelt. Dabei ist der Wettbewerb ein Filter, bei dem die Intelligenz der Massen genutzt wird, um die zu diesem Zeitpunkt beste Geschäftsidee von der Community zu ermitteln. Hier hat die kollektive Intelligenz die Macht die beste Idee zu bestimmen (S. 30).

Mit diesen Beispielen bestätigt sich die Annahme. Es ist jedoch damit nicht allgemeingültig. Denn es müsste eine strukturiertere Untersuchung gemacht werden. Trotzdem bin ich mir nun jedoch sicherer, als ich es noch im Blog „Kollektive Intelligenz – Begriffsdefinition” (3. Abschnitt Synonyme) war.



Gute Beispiele von Anwendungen kollektiver Intelligenz in Unternehmen
22. März 2009, 15:06
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 Zur Auswahl stehen Beispiele von Unternehmen aus dem Buch “Viele wissen mehr als Einer” und der Liste “Examples of collective intelligence“  von MIT CCI.

Folgende Beispiele haben mich fasziniert:

Aus der Liste “Examples of collective intelligence“ von MIT CCI haben mich spontan folgenden Firmen/Projekte interessiert:

  • Assignement Zero, weil es das Prinzip der Community von “Viele wissen mehr als Einer” aufgreift. Leider ist diese Community nicht (mehr) aktiv.
  • Citizendium, weil es zu einem der bekanntesten Beispiele der kollektiven Intelligenz gehört, nämlich zu Wikipedia, aber Citizendium selber ist nicht bekannt (siehe auch USA Today).
  • InnoCentive, weil ich davon im Buch “Viele wissen mehr als Einer” auch schon gelesen habe (S. 34).
  • Kiva, weil es mich interessiert, ob eine solche Entwicklungshilfe zu Selbshilfe führt und besser ist, als alles bisherige. Zudem bin ich auch erstaunt, dass es Social Banking auch in der Entwicklunghilfe gibt, denn zum ersten Mal habe ich von Social Banking im Unterricht gehört und das ist erst einige Wochen her, als es um das Thema Social Banking (Motto: Webciety) der Cebit von 2009 ging.
  • StumpleUpon, weil es mit dem Thema Suchmaschine die Informationswissenschaft betrifft.
  • The Ontolog, weil es mit dem Thema Ontologien und Semantik die Informationswissenschaft betrifft.

Diese Beispiele sind meist nicht gewinnorientierte Organisationen. Trotzdem habe ich sie hier kurz aufgeführt, weil sie mich interessiert haben. Aber ich werde sie darum wahrscheinlich nicht für die Lektion gebrauchen.

Eine Line einfügen
Aus dem Buch “Viele wissen mehr als Einer” haben mich spontan in der Aufzählung unten stehende Firmen/Projekte interessiert. Das Buch stellt sechs Möglichkeiten von Communitys vor, bei denen die kollektive Intelligenz für einen bestimmten Zweck genutzt wird. Die Bereiche sind: Dienstleistungs- /Produktentwicklung, Marketing, Kundendienst /-betreuung, Produktion, Finanzierung, Management und Strategie. Daraus wähle zu jedem Bereich mindestens ein Beispiel aus, das auch für die Lektion interessant sein könnte: 

  • Von F&E hin zu F&Wir: Eine Firma lebt und stirbt mit dem, was sie anbietet. Darum ist es verständlich, wenn Führungskräfte die Kontrolle über die Art der Güter, die sie verkaufen, nicht aufgeben wollen. Aber im Zusammenhang mit kollektiver Intelligenz ist zu sagen, dass Kunden auch ein Interesse haben an den Gütern. Zudem ist es ziemlich sicher, dass der Kunde das mag, was die Community schafft. Denn die Community besteht aus Kunden. Darum ist es eine kluge Entscheidung die Kunden diktieren zu lassen, was verkauft wird (S. 41). Falls man diesen Schritt jedoch macht, dann sollte man sich bewusst sein, dass Mitarbeiter diese Community als Bedrohung ansehen. Ein Manager muss die Absichten unmisserverständlich klar machen. Und auch nie die Ideen der eigenen Mitarbeiter ignorieren und ihnen auch Anreize geben (S. 47). Beispiel für diesen Bereich sind:
    Logo Nikoli (Quelle: http://www.nikoli.com/en/)

    Logo Nikoli (Quelle: http://www.nikoli.com/en/)

    • Nikoli, weil es so ungewöhlich war auf Rätsel zu treffen (S. 42f).
    • Linden Lab, da ich nie an Second Life und kollektive Intelligenz eine interessante Kombination ist (S. 48fff).
       
  • Wie können wir dem Wir helfen?: Communitys unterstützen Kundenbetreuung. Die Gründe, warum Kunden sich eher gegenseitig helfen, sind folgende: Wartezeiten am Telefon, Weiterleitungen,  Kosten für den telefonischen Support, Kunden wollen als Experten anerkannt werden. Aber auch für Firmen ist es von Vorteil. Sie sparen Geld, indem Kundendienstmitarbeiter für andere Arbeiten frei werden und gleichzeitig eine Community von Stammkunden besteht, welche auch für Produkttests und anderes angezapft werden kann. Die Frage ist nur: Geben die Kunden die richtige Antwort oder beschreiben sie die Vorzüge der Konkurrenz? Verweisen sie auf den Kundendienstmitarbeiter, wenn es defekte Waren gibt? Wo ist die Grenze zwischen Community als Kundendienst und Angestellte als Kundendienst (S. 61fff)? Ein Beispiel für diesen Bereich ist:
    • COOKSHACK, weil es zeigt, dass auch kleine Firmen von der kollektiven Intelligenz profitieren können (S. 63fff).
  • Der Kunde als Verkäufer: Studien haben ergeben, dass sich Konsumenten von heute weite mehr auf das verlassen, was Freunde zu einem Produkt sagen, als auf die Reklame. Mundpropaganda ist aber eine alte Angelegenheit, die schon zu Zeiten der Ägypter eingesetzt wurde. Der Einsatz von Crowdsourcing in einem Marketingprogramm ist jedoch revolutionär. Zudem auch dass es extrem viele Menschen mobilisiert und diese so gut wie keine Bezahlung erhalten. Der Nachteil ist, dass die Firmen jedoch keine Kontrolle darüber haben, was die Empfehler tatsächlich sagen. Studien bei Amerikanern zeigen jedoch, dass sie in ihren Gesprächen über Markenartikel im Verhältnis sechs zu eins positiv darüber sprechen (S. 79fff). Ein Beispiel für diesen Bereich ist:
    Logo Vicalpoint (Quelle: http://site.vocalpoint.com/guest/index.html)

    Logo Vocalpoint (Quelle: http://site.vocalpoint.com/guest/index.html)

     
    • Procter & Gamble mit Vocalpoint, weil es ein beeindruckendes Beispiel ist laut Autoren (S. 79fff). 
       

       

  • Der Kunde als Produzent: Hier heisst Crowdsourcing, dass Unternehmen mit Inhalten von Community-Mitgliedern (können auch
    Kunden sein) versorgt werden, nicht von Mitarbeitern. Dafür gibt es folgende Beispiele:
    • iStockphoto, weil es ein gutes Beispiel ist (leuchtet mir mehr ein als Zebo.com) (S. 99fff).
    • Zebo.com, weil es unglaublich scheint, dass es so etwas gibt – aber es existiert (S. 103fff)!
  • Willkommen bei der Weltbank des Wir: Die Gemeinschaft als Geldgeber gab es schon vor siebzehnhundert Jahren in China. Oder seit Jahrhunderten in der Karibik, Afrika, Korea und Vietnam als “Money Pools”, wobei Mitglieder einen festen Betrag pro Monat beisteuern und dafür abwechselnd die Geschäftssumme am Ende des Monats abholen. Die folgende Firma ist aus dieser Idee entstanden (S. 199fff):
    • Bei Prosper vergibt die Community unter ganz bestimmten Bedingungen Kredite. Prosper ist eine Anwendung von Wikinomics, weil es eine Aufgabe an eine Community abgibt. In diesem Fall ist die Aufgabe die Finanzierung (S. 119fff).
  • Jeder kann ein C-We-O sein: Dabei geht es darum, ob eine Community ein Unternehmen leiten und strategische Entscheidungen treffen kann. Zum Beispiel Entscheidungen, welche Produkte und Dienstleistungen anzustreben sind (S. 135fff). Beispiele aus diesem Bereich sind:

Weitere Beispiele kollektiver Intelligenz auf der Hauptseite des Handbook of Collective Intelligence und in der Liste “Examples of collective intelligence“.



Buch: We are smarter than me
22. März 2009, 12:45
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Ich möchte diese Linie
Das BuchViele wissen mehr als einer” oder im Originaltitel “We are smarter than me“, zeigt nur schon in der Produktion selber, dass es kollektive Intelligenz in der Geschäftswelt gibt. Es ist in Zusammenarbeit mit einer Community entstanden. Die Autoren sagen, sie hätten 2007 rund 4300 Mitglieder in ihrer Community gehabt, 737 Beiträge im Forum und 250 Mitwirkende für 1600 Wiki-Beiträge (S. 16). Sie hatten gehofft, dass es auch diese Mitglieder sein würden, die das Buch schreiben. ”In the end, the physical book was authored in the conventional way, but it would not have been possible without the ongoing involvement and guidance from our communities” (LinkedIn).  
Umschlagbild von "Viele wissen mehr als Einer" (Quelle: http://tinyurl.com/d6ymsx)

Umschlagbild von "Viele wissen mehr als Einer" (Quelle: http://tinyurl.com/d6ymsx)

Dabei machten die Autoren Erfahrungen mit Communitys, welche sie im Buch auch weitergeben (siehe Kap. 8). Auf dieses 8. Kapitel, auf das 1. Kapitel und aufs Nachwort geht dieser Blogeintrag ein. Die Beispiele in Kapitel 2 bis 7 werden im Blog “Gute Beispiele von Anwendungen kollektiver Intelligenz in Unternehmen” besprochen.

1. Kapitel: Schauen Sie nur, wozu wir imstande sind
Zusammenfassend ging es im Kapitel eins um folgendes:

Die Technologie ermöglichte es, dass die Intelligenz des Einzelnen nunmehr mit der von vielen anderen verbunden und durch die Leistungsfähigkeit der Technologie verstärkt ist. Die Erfinder des Web 2.0 waren der Überzeugung, je mehr Menschen die Information nutzen, umso wertvoller wird sie. Durch das Web 2.0 wurde diese Intelligenz dann auch von Unternehmen entdeckt. Indem sie Aufgaben an Personen und Gruppen im Internet vergeben (=Crowdsourcing), nutzen sie die kollektive Intelligenz. Der Profit: Die Öffnung reduziert Kosten für das Unternehmen, verbessert das Produkt und dadurch gewinnen sie neue Kunden (S. 21f).

Schlaue Unternehmen bitten Internet-Benutzer um Hilfe bei der Produkt- /Dienstleistungsentwicklung (F&E), bei der Kundenbetreuung, beim Kundendienst, beim Absatz, bei der Produktion, bei der Finanzierung, beim Marketing und sogar beim Management. Diese Unternehmen “blühen und gedeihen, indem sie das Fachwissen einzelner Online-Communitys, einschliesslich der Kunden, ausfindig machen, fördern und anzapfen (S. 23, 28, 151, 158).

Es ist jedoch so, dass Communitys für Crowdsourcing, welche schlecht gemanagt werden, mehr Schaden, als dass sie nützen. Laut Gartner ist dies bei der Hälfte der Communitys der Fall (S. 23).

8. Kapitel: Folgen und Führen
Dieses Kapitel erklärt, welche Schlüssellektionen die Macher dieses Buches selber über Communitys gelernt haben. Somit zeigt dieses Buch nicht nur, in welchen Bereichen kollektive Intelligenz in Unternehmen genutzt wird, sondern auch, was bei Communitys soll:

  1. Folgen & führen: Eine Community aufzubauen braucht viel Geld, Zeit und Geduld. Ist es Crowdsourcing, so hat es den Zweck Zugang zu Ideen und Instinkten zu haben. Darum sollte eine Unternehmung diese Community nicht wie eine Abteilung führen, sondern sich so wenig wie möglich einmischen, d.h. lediglich die Richtung vorgeben. Damit die Interessierten einsteigen, sollte es unkompliziert sein. Damit Mitglieder am Ball bleiben, müssen sie sich wohl fühlen. Gedanken und Ideen sollten ungehindert fliessen können. Wenn übereifrige Manager doch eingreifen, dann können wertvolle Ideen verloren gehen (S. 145). Der Tipp von Newmark ist noch: “Wenn Sie Ihre Community online mit einbeziehen, dann können Sie zunächst das Vertrauen und dann die Treue herstellen, die auf Gegenseitigkeit beruhen sollte” (s. 33).
  2. Wissen, wann man eingreifen muss: Das beste Umfeld ist laisser-faire. Denn dadurch schafft die Firma ein Umfeld, das kreatives Denken uneingeschränkt fördert. Ansonsten erfährt die Organisation die bahnbrechenden Konzepte und Stellungnahmen nicht. Damit die Sache nicht aus dem Ruder läuft, sondern ordnungsgemäss funktionieren kann, muss die Firma dann eingreifen, wenn Unruhestifter da sind, weil Fehlinformationen, die sich so verbreiten, zu kostspieligen Fehlentscheidungen führen können. Ausserdem sollte sie sich einschalten, wenn die Community unorganisiert scheint, ins Chaos abrutscht oder von der ursprünglichen Misson abweicht (S.146ff).
  3. Gründen Sie einen Club, eine wirkliche Gemeinschaft von Gleichgesinnten: Eine dynamische Community zu bilden heisst:
    • Gleichgesinnte, weil sie die gleiche Grundanschauung teilen und die Zeit und Energie nicht mit Debatten um Differenzen verlieren, sondern in Ideen investieren. Ausserdem ist bei Gleichgesinnten das Vertrauen und Engagement höher und dies fördert das kollektive Wissen der Gruppe.
    • Bei der Suche nach Mitgliedern, sollte man zuerst bei den zufriedenen Kunden und Bewohnern der Stadt, wo das Unternehmen tätig ist, beginnen. Das heisst Menschen, die ein klares Interesse an der Firma haben. Und das nächste Ziel ist, dass so viele helle Köpfe wie möglich gewonnen werden.
    • Dynamische Community geht über den virtuellen Begegnungsort hinaus, z.B. Kommunikation per Telefon, E-Mail, Post. Diese zusätzliche Kommunikation fördert die Entdeckung gemeinsamer Interessen unter den Mitgliedern. Es stärkt die Verbindungen und persönliche Beziehungen werden vertieft. Das Ziel dabei ist, geschlossene Gemeinschaften zu schaffen, die bessere Ideen produzieren.
    • Grösse der Gemeinschaft: “Sie muss gross und klug genug sein, um die Inhalte, die sie produziert, zu überblicken sowie Fehler und unangemessene bzw. anstössige Beiträge umgehend aufzudecken und zu korrigieren” (S. 150). Generell gilt: je grösser, desto vielfältiger werden die Meinungen, Informationen und umso besser die Inhalte (S. 148fff).
  4. Sie könne sich nicht verstecken, also versuchen Sie es erst gar nicht: Heute ist vieles transparent, so dass Fehler schnell aufgedeckt werden. Darum müssen Fehler eingeräumt werden, d.h. zugeben, entschuldigen und erklären und ausserdem denselben Fehler nie wieder machen. Vertuschung, Dementi, Ausflüchte sind schlimmer als ein Eingeständnis. Ausserdem zerstören nicht zugegebene Fehler die Zusammenarbeit mit der Community (S. 151f).
  5. Es muss nicht perfekt sein: Perfekt, sauber, umfassend erklärtes und bearbeitetes Material von Firmen, das der Community zur Verfügung gestellt wird, gibt dem Mitglied das Gefühl, dass bereits alles gesagt sei. Die Firma gibt sich damit übereifrig, aufdringlich oder herablassend. Rückmeldungen bekommt eine Firma dann, wenn sie einen bodenständigen Ton anschlägt (nicht ausgefeilt, …) und auch Grammatik- bzw. Rechtschreibfehler einfliessen lässt. Den Rückmeldungen, die die Firma dadurch gewinnt, verdankt das Unternehmen sein Überleben. Zum Beispiel wenn die Kunden schreiben, dass eine Änderung nicht in ihrem Sinne ist und der vorherige Zustand genau den Mehrwert des Produktes ausmachte. So verliert das Unternehmen die Kunden nicht mit unüberlegten Handlungen (S. 153f).
  6. Bringen Sie die Dinge in Bewegung: Eine Community-Website ohne entgegengesetzte Meinung ist öde und unproduktiv. Ein Unternehmen sollte dazu ermutigen Kritik zu üben. Daraus entstehen Diskussionen und neue Ideen. Die Website sollte die Menschen (persönlich) ansprechen, neugierig machen, damit sie sich auch persönlich engagieren, ihre Leidenschaft herausgefordert ist (S. 155f).
  7. Sagen Sie Danke: Da die Mitglieder ihr Wissen, ihr Talent zur Verfügung stellen und dies einen Wert für die Firma hat, sollte sie die Beiträge auch anerkennen und belohnen. Dies wird auch im Handbook of Collective Intelligence als fördernd für kollektive Intelligenz angesehen. Belohnungssysteme können folgende sein: Punkte für Waren und Dienstleistungen, Warenproben oder monetäre Belohnung. Die Firma sollte den Plan für die Belohnung jedoch von der Community überprüfen lassen, denn wenn es nicht als angemessen und fair empfunden wird, dann sind die Mitglieder frustriert und verärgert und dies läuft dem Zweck zuwider (S. 156f).
  8. Es gibt keinen One-Night Stand: Es braucht Zeit eine Besetzung von wertvollen Mitwirkenden aufzubauen, die gleiche Interessen haben. Persönliche Beziehungen zu festigen, die für ein produktives Umfeld wichtig sind, braucht auch Zeit. Beim Aufbau muss mit dem Inhalt experimentiert werden. Dadurch kann ein Unternehmen herausfinden, auf welche Weise sie wertvolle Diskussionen entfachen kann. Die Mitglieder sollten in diesen Prozess miteinbezogen werden, Rückmeldungen und Vorschläge geben können.
    Das Unternehmen sollte aufmerksam bleiben. Interaktionen, Reaktionen beobachten und die Ziele, die sie mit der Community haben, nach einer gewissen Zeit evaluieren (S. 157ff).

Nachwort – Schliessen Sie sich den Massen an
Wie arbeiten wir in Zukunft? Der Mensch wird dank Computer, Handy, iPod und dem Internet immer individueller und unabhängiger. Im Allgemeinen verbringen Arbeiter schon jetzt mehr Reise-/Arbeitszeit ausserhalb des Büros und sind öfter online, um Informationen zu bekommen und zu kommunizieren. Doch obwohl das Internet den Menschen unabhängiger gemacht hat, hat es doch auch zu Zusammenarbeit geführt, nämlich über Communitys. Wir sind dadurch umfassender miteinander verbunden (S. 161f).

Gartner Inc. erwartet, dass zukünftig immaterielle Dienstleistungen von eigenen Arbeitsplätzen aus gemacht werden, dass Ratschläge, Informationen und Innovationen über Netzwerke eingeholt werden, die mit dem Arbeitgeber nichts mehr zu tun haben. Das Verhältnis zum Unternehmen wird weniger von Treue geprägt sein, die Beziehung Manager und Angestellter wird eine Zusammenarbeit der Symbiose sein. Grossraumbüros werden virtuellen Communitys von Expertenteams weichen. Diese werden dann Aufgaben für Kunden übernehmen (S. 162ff).

Die Unternehmen sollte darum Communitys aufbauen und pflegen, da sie in Zukunft eine Rolle im Arbeitsleben des neuen unabhängigen Arbeitnehmers spielen. Ausserdem werben die Autoren dafür, dass man unbedingt der Community des Buches beitreten soll, da es die beste Möglichkeit ist “Unternehmen mehr wissen zu lassen, indem die kollektive Intelligenz der Gemeinschaft angezapft wird” (S. 164f).



Fokus – “Wenn eine Idee am Anfang noch absurd klingt, dann gibt es keine Hoffnung für sie.” Albert Einstein

Ich hoffe doch, dass mein nachstehender Fokus keine absurde Idee ist. Denn nach ausgiebigen Überlegungen folgt nach dem ersten Entwurf des Fokus nun der endgültige Fokus.

Fokus

  1. Der Blog DMDM befasst sich mit dem theoretischen Hintergrund der kollektiven Intelligenz und
  2. zeigt Beispiele von kollektiver Intelligenz in Zusammenhang mit gewinnorientierten Organisationen.  
    Umschlagbild "Viele wissen mehr als Einer"

    Umschlagbild "Viele wissen mehr als Einer" (Quelle: http://tinyurl.com/c3b4vt)

     

Fragestellung
In welchen Bereichen von Unternehmen kann kollektive Intelligenz erfolgreich eingesetzt werden? Welche Mitglieder bzw. Stakeholder der Firma haben dann die “Macht”? (Da es ja um DMDM geht).

Ausklammern
Ich werde im Rahmen dieses Blogs und der Lektion nicht darauf eingehen, welche anderen Konzepte – ausser der kollektiven Intelligenz – auch noch zur Macht der Masse führen können (wie ich es z.B. im Blogeintrag “Neuer Blickwinkel auf DMDM” noch verfolgen wollte). Mit dem Konzept kollektiver Intelligenz ist genug Stoff vorhanden, um Bände zu füllen. Und da dies nicht der Zweck dieser Auseinandersetzung ist, werden Bereiche, die nichts mit kollektiver Intelligenz und Unternehmen zu tun haben ausgeschlossen. Zudem werden im Zusammenhang mit kollektiver Intelligenz und Organisationen bzw. Wirtschaft folgende Inhalte auch ausgeklammert: Prediction Markets (siehe dazu auch BACKonTheFuture), Wissensmanagement und kollektive Intelligenz, Google (als Beispiel einer Firma, welche kollektive Intelligenz nutzt), kollektive Intelligenz analysieren, programmieren und nutzen, Open Sourcebekannte Beispiele (z.B. Dmoz, Del.icio.us), politische Organisationen.

Aufbau der Blogeinträge




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